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Arrivederci
a Roma Ein
Leuchten ist in den Augen zu sehen, wenn Kolpingmitglieder an die Romwallfahrt
vor 20 Jahren denken: In den Straßen Roms leuchtet das Orange der
Kolping-Banner, man trifft Kolpingfreunde aus ganz – und dem frisch vereinten –
Deutschland. Ebenso aus den 60 Nationalverbänden. Der Höhepunkt, als auf dem
Petersplatz das Bild Kolpings enthüllt wird. Papst Johannes Paul II erhebt ihn
„zur Ehre der Altäre“. Er bringt die Seligsprechung in Zusammenhang mit dem
100. Jahrestag der ersten Sozial-Enzyklika „Rerum Novarum“, für die Kolping
Pate stand. Damit würdigt er nicht nur Kolping, sondern auch die Gemeinschaft
der Kolpingsfamilien, die Menschen, die eine lebendige Antwort auf die Soziale
Frage und so viele Nöte der Menschen sind. Im
Oktober könnte die Wallfahrt, die das „Upgrade“ vom Seligen zum Heiligen will,
auch ein kirchenpolitisches Zeichen setzen. Schon vor dem 2. Vatikanischen
Konzil spricht Kolping davon, dass die Zustände in der Welt nicht durch neue
Strukturen verändert werden, sondern nur durch Menschen, die sich verändern,
als Christen und Bürger „ertüchtigen“ lassen und sich einmischen in Kirche und
Gesellschaft. Berufung des Volkes Gottes wird es das Konzil es nennen, „Laienapostolat“ seine Zeitgenossen. „Auf unser tätiges Christentum kommt es an“, schreibt
Kolping, „ob die Welt zu christlicher Ordnung zurückkehrt. Nur dürfen wir
dieses tätige Christentum nicht zwischen Kirchenmauern und Krankenstuben allein
oder in unseren häuslichen Kreisen einschließen wollen, sondern müssen es...
ins... Leben hinaustragen.“ Darum befähigt und ermutigt er, in Politik und
Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Christen dürfen sich nicht
zurückziehen, sondern haben in der Welt der Arbeit und an den Schaltstellen der
Politik ihren Platz und Auftrag. Also, nicht rückwärts gewandt, „wie früher“ alles
„richtig“ machen wollen, sondern hinaus gehen, in Dialog, Auseinandersetzung
riskieren, sich einmischen. Die knapp 5000 Wallfahrer werden nicht nur als
„Schlachtenbummler“ auftreten. Die innerliche Vorbereitung besinnt sich auf
eine besondere Tugend im Kolpingwerk: die Pflege der familiären Gemeinschaft.
„In der tätigen Liebe füreinander“, sagt Kolping, werden Familie, Gemeinschaft,
Kirche – und darin der Einzelne gestärkt. Familie versteht er nicht dogmatisch; er hat
gezeigt, wie tragendende, familiäre Beziehungen über die Ursprungsfamilie
hinaus geknüpft werden können. Viele
Kolpingsfamilien strengen sich an, aus einer gewissen Trägheit und
Selbstgenügsamkeit auf- und auszubrechen. Die Erfahrungen des familiären
Rückhalts als „Kapital“ einzusetzen, als besondere Gabe, solidarisch zu sein,
Menschen- und Seelsorger zu sein. Vielleicht kann aus der Wallfahrt mit den leuchtenden
Bannern auch eine „Demo“ werden. Unsere Funktionäre in den vatikanischen Amtsstuben
dürfen sehen, dass bei uns Farbe bekannt wird. So sind wir offene,
lebendige und weltzugewandte Kirche! Christoph
Maria Schmitz, Diözesanpräses
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