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kolping-dvrs.de | Mittwoch, 8. Februar 2012
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Seelsorge
Sonntagsgedanken zum Thema Familie PDF Drucken E-Mail

Kürzlich haben wir das Fest der Heiligen Familie gefeiert. Dabei sieht sie ja von außen nicht so heilig aus, passt aber ganz gut zu unseren heutigen Familien. Patchwork, Alleinerziehende, Väter, die ihre Kinder nur im Schlafanzug kennen.  

Doch was macht die Heilige Familie eigentlich heilig?

 

Als ich meine Kinder in Latein abfragte, kam ich auf eine spannende Spur:

Familie hat nichts mit Verwandtschaft zu tun!

 

familia,ae f  Hausgenossenschaft

familiaris m Freund

familiaris,e freundschaftlich, vertraut

 

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Arrivederci a Roma

Ein Leuchten ist in den Augen zu sehen, wenn Kolpingmitglieder an die Romwallfahrt vor 20 Jahren denken: In den Straßen Roms leuchtet das Orange der Kolping-Banner, man trifft Kolpingfreunde aus ganz – und dem frisch vereinten – Deutschland. Ebenso aus den 60 Nationalverbänden. Der Höhepunkt, als auf dem Petersplatz das Bild Kolpings enthüllt wird. Papst Johannes Paul II erhebt ihn „zur Ehre der Altäre“. Er bringt die Seligsprechung in Zusammenhang mit dem 100. Jahrestag der ersten Sozial-Enzyklika „Rerum Novarum“, für die Kolping Pate stand. Damit würdigt er nicht nur Kolping, sondern auch die Gemeinschaft der Kolpingsfamilien, die Menschen, die eine lebendige Antwort auf die Soziale Frage und so viele Nöte der Menschen sind.

Im Oktober könnte die Wallfahrt, die das „Upgrade“ vom Seligen zum Heiligen will, auch ein kirchenpolitisches Zeichen setzen. Schon vor dem 2. Vatikanischen Konzil spricht Kolping davon, dass die Zustände in der Welt nicht durch neue Strukturen verändert werden, sondern nur durch Menschen, die sich verändern, als Christen und Bürger „ertüchtigen“ lassen und sich einmischen in Kirche und Gesellschaft. Berufung des Volkes Gottes wird es das Konzil es nennen, „Laienapostolat“ seine Zeitgenossen.

„Auf unser tätiges Christentum kommt es an“, schreibt Kolping, „ob die Welt zu christlicher Ordnung zurückkehrt. Nur dürfen wir dieses tätige Christentum nicht zwischen Kirchenmauern und Krankenstuben allein oder in unseren häuslichen Kreisen einschließen wollen, sondern müssen es... ins... Leben hinaustragen.“ Darum befähigt und ermutigt er, in Politik und Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Christen dürfen sich nicht zurückziehen, sondern haben in der Welt der Arbeit und an den Schaltstellen der Politik ihren Platz und Auftrag. Also, nicht rückwärts gewandt, „wie früher“ alles „richtig“ machen wollen, sondern hinaus gehen, in Dialog, Auseinandersetzung riskieren, sich einmischen.

Die knapp 5000 Wallfahrer werden nicht nur als „Schlachtenbummler“ auftreten. Die innerliche Vorbereitung besinnt sich auf eine besondere Tugend im Kolpingwerk: die Pflege der familiären Gemeinschaft. „In der tätigen Liebe füreinander“, sagt Kolping, werden Familie, Gemeinschaft, Kirche – und darin der Einzelne gestärkt. Familie versteht er nicht dogmatisch; er hat gezeigt, wie tragendende, familiäre Beziehungen über die Ursprungsfamilie hinaus geknüpft werden können. Viele Kolpingsfamilien strengen sich an, aus einer gewissen Trägheit und Selbstgenügsamkeit auf- und auszubrechen. Die Erfahrungen des familiären Rückhalts als „Kapital“ einzusetzen, als besondere Gabe, solidarisch zu sein, Menschen- und Seelsorger zu sein.

Vielleicht kann aus der Wallfahrt mit den leuchtenden Bannern auch eine „Demo“ werden. Unsere Funktionäre in den vatikanischen Amtsstuben dürfen sehen, dass bei uns Farbe bekannt wird. So sind wir offene, lebendige und weltzugewandte Kirche!

 Christoph Maria Schmitz, Diözesanpräses

 
 

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