"Wir sind Kolping!“ hieß es bei der zweitägigen Diözesanversammlung des Kolpingwerks Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart im Kloster Untermarchtal. Dort setzten sich Ende März 135 Teilnehmer lebhaft und kreativ mit den Schlagworten der Kolping-Imagekampagne auseinander: Mut, Gottvertrauen, Begeisterung, Tatkraft, Freude und Verantwortung. Auf Basis dieser Begriffe warfen sie zudem einen kritischen Blick auf die Situation der Katholischen Kirche.
Wo das Auge hinblickte, leuchtete es orange bei der Diözesanversammlung des Kolpingwerks Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart im Kloster Untermarchtal. Selbst im Innenhof zog die Kolpingfarbe die Blicke auf sich – das Kampagnenmobil des Kolpingwerks Deutschland machte dort Station. Und weiß auf orangem Grund fielen den Teilnehmern auf Plakaten, Luftballons und Flyern die Begriffe Mut, Gottvertrauen, Begeisterung, Freude, Tatkraft und Verantwortung ins Auge. Tatkraft und Verantwortung zeigten sich auch in dem, was der Diözesanverband im vergangenen Jahr geleistet hat. Der Bericht des Vorstands um den Diözesanvorsitzenden Eugen Abler umfasste die Schwerpunkte der Vorstandsarbeit – wie die politischen Handlungsfelder, pastorale Aufgaben oder die Eine-Welt-Arbeit. Auch der Finanzbericht, vorgestellt von Manfred Gründken, Vorsitzender des Kolpingwerks DV Rottenburg-Stuttgart e.V., durfte nicht fehlen. 
Was die Kolpingmitglieder im Diözesanverband unter den Kampagnenbegriffen Mut, Gottvertrauen, Begeisterung, Tatkraft, Freude und Verantwortung verstehen, diskutierten sie am Samstag in einem Studienteil miteinander und mit Prof. Dr. Michael Albus. Der Theologe, Journalist und Honorarprofessor an der Universität Freiburg gehört zu den Unterzeichnern des Memorandums „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“. Die Schlagwörter der Kolping-Imagekampagne dienten als kritische und belebende Wegweisung beim Austausch über Chancen und Möglichkeiten, Grenzen und Kraft eines Katholischen Sozialverbandes für die Erneuerung der Kirche. „Als Kolpingwerk sollten Sie überlegen: Was können wir jetzt schon tun?“, rief Prof. Dr. Albus auf. Basis dafür: die Bibel. Albus sprach sich dagegen aus, eine „Gegenwärtigkeitsstarre“ zu akzeptieren. Gemeinden hätten keine Zukunft, wenn sie sich verhielten wie Thermoskannen, die nach innen warm halten, aber nach außen kalt sind. Um etwas zu bewegen, benötige man Mut und Kraft, einfach voranzuschreiten. Die benötigte Tatkraft, eines der Kolping-Schlagwörter, sei „eine Grundhaltung bei Kolping“, stellte ein Teilnehmer in der Diskussionsrunde fest. „Das heißt auch, den Mut zu haben, Altes wegzulassen und Neues zu beginnen“, erklärte er. „Kirche hat Zukunft, wenn sich Menschen begegnen“, sagte eine Teilnehmerin. „Wir haben den Auftrag, Zeugnis zu geben von unserer Freude.“ Und wir sind ein Teil von Kirche, in den Kolpingsfamilien vor Ort – bestätigte ein anderer Delegierter. Diese zukunftsgewandte Stimmung der Versammlung nahm auch Diözesanpräses Christoph Maria Schmitz in seiner Rede zur Wahl des Diözesanpräses auf. Ihm sei es stets ein Anliegen, Kolping in der Gesellschaft sichtbar zu machen. Er rief die Delegierten auf, den Schritt zu wagen, von der Defensive in die Offensive zu gehen. Viel Zustimmung für seine Arbeit und seine Rede erntete Christoph Maria Schmitz anschließend bei der Wahl: Mit großer Mehrheit wurde er von den Delegierten für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt. 
Nach dem „Kolping-Image-Gottesdienst“ am Sonntag erlebten die Delegierten dann noch eine heiter-dynamische Matinee mit Ideen und Möglichkeiten Tatkraft, Freude, Gottvertrauen, Mut, Begeisterung und Verantwortung vor Ort in den Kolpingsfamilien und Bezirksverbänden lebendig und lebensnah umzusetzen.
Eine Bildergalerie zur Diözesanversammlung 2011 finden Sie hier.  
 

Fotos: DVRS |