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kolping-dvrs.de | Samstag, 19. Mai 2012
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Rund um das Tor zum Bodensee PDF Drucken E-Mail

Stockach. Die traditionelle Herbstwanderung der IBK fand in diesem Jahr bei der Kolpingsfamilie Stockach im Linzgau statt. Stockach wird auch das Tor zum Bodensee genannt. Bei etwas durchwachsenem Wetter fanden sich trotzdem ca. 160 Kolpingfreunde und -freundinnen ein, um an mehreren wunderschönen Wanderungen rings um Stockach teilzunehmen.

Die eine Wandergruppe wurde von Stockach aus auf die Nellenburg geführt. Die Ruine der Nellenburg ist total abgetragen und man kann nur noch erahnen, welche Ausmaße diese Burg hatte. Das Geschlecht der Nellenburger stammt aus der heutigen Schweiz und benutzte die Stadt Stockach als Ort für Steuereinnahmen, da Stockach zu diesem Zeitpunkt ein Verkehrsknotenpunkt war. Von der Nellenburg aus hat man einen wunderschönen Blick über den Linzgau bis zum Bodensee. Die Nellenburg wurde erstmals 1056 erwähnt. Durch Verkauf kam sie an Österreich (1465) und wurde 1782/1783 abgebrochen.

Der Weg einer anderen Gruppe führte in das Gewann Osterholz zu einer Friedensgrotte. Diese Grotte wird von der örtlichen Kolpingsfamilie (KF) zu Maiandachten und Gebetsstunden genutzt. Sie wird von der KF gepflegt und mit Blumenschmuck versehen. Auf dem Rückweg zum Pallottiheim wurde eine Rast beim Obsthof Hertle eingelegt. Der Betreiber diese Obsthofes führte die Gruppe durch das Betriebsgelände und brachte den Wanderern die Philosophie und Vermarktung dieses Betriebes nahe.

Und eine dritte Gruppe nahm an einer Stadtführung teil, die durch den Stadtarchivator, Herrn Warndorf, geleitet wurde. Er brachte den Teilnehmern die Geschichte der ehemaligen Freien Reichsstadt Stockach mit hervorragenden Erläuterungen näher. In diesem Zusammenhang wurde ihnen auch der geschichtliche Hintergrund des Stockacher Narrengerichts näher gebracht. Zum Abschluss der Stadtführung wurden die Wanderer in das „Allerheiligste“ des Stockacher Narrengerichts geführt. In diesem Raum werden in geheimer Absprache die Delinquenten der nächsten Gerichts-Sitzung ausgewählt – in der Hoffnung, sie sind auch mutig genug, da zu erscheinen. Dieser Raum wird auch von den Narrenrichtern der „Vatikan des Narrengerichts“ genannt. Es war also eine Ehre für die Teilnehmer der Wanderung, diesen Raum betreten zu dürfen und den Erläuterungen des derzeitigen Anklägers dieses Gerichts zu lauschen.

Nach einem guten Mittagessen, das die Malteser zubereitet hatten, wurde anschließend in der Stadtkirche St. Oswald ein Gottesdienst für und mit den Teilnehmern gefeiert. Musikalisch wurde der Gottesdienst von den Zizenhauser Alphornbläsern mitgestaltet. In der Predigt ging Pfarrer Lienhard auf die Gemeinsamkeit der Kolpingsfamilien ein und war beeindruckt von der starken Bannerabordnung. Seine spätere Aussage: „So viele Banner, das sieht halt nach etwas aus“.

Der Tag klang anschließend bei einem gemütlichen Kaffee mit Kuchen aus. Ein großes Dankeschön richten die Teilnehmer der IBK-Herbstwanderung für die Organisation und Durchführung dieses Tages an die Gastgebende Kolpingsfamilie Stockach.

  • Die nächste Herbstwanderung der IBK findet am 9. September 2012 in Arbon/Schweiz statt. 

Text und Foto: Johann Müller (IKB)

 
 
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