Juni-Impuls: Pfingsten – Gottes Geistkraft wirkt heute weiter

Bild: Friedbert Simon In: Pfarrbriefservice.de

Teamwork ist das große Zauberwort, wenn es um Projekte geht, um Ideen oder Notwendigkeiten, die geplant und umgesetzt werden sollen. Wichtig sind dabei die unterschiedlichen Fähigkeiten und Professionen der Einzelnen. Wenn sie sich zu einem Ganzen zusammenfügen, kann Gutes für die Zukunft entstehen.

Nein, Adolph Kolping war nicht der geborene Teammensch. Zu seinen Lebzeiten war das kein gängiges Arbeitsmodell. Doch er erkannte, dass seine Ideen nur Erfolg haben würden, wenn er Menschen gewinnen kann, die seine Innovationen mittragen.

„Der Mensch muss sich mit anderen Menschen verbinden, sobald er etwas will, was einfach die Kräfte oder den Wirkungskreis des Einzelnen überschreitet.“

Ohne Mitstreiterinnen und Mitstreiter würden sie verpuffen. So nutzte er die Gelegenheiten, die sich für ihn ergaben, und die er schuf, um seine Ideen von sozialer Gerechtigkeit, Solidarität und Menschenwürde bekannt zu machen.

 Mich faszinieren heute Initiativen, die gut überlegen, was sie tun wollen und dann anpacken – einige Beispiele:

  • Maria 2.0.: Diese Initiative begeistert mich. Sie ist ein Protest für „Macht endlich die Augen auf“, für mehr Bewusstseinsbildung, für gegenseitige Stärkung auf einem Weg, auf dem nur so wenig bis nichts vorwärts geht. Die Kirchenfrauen machen auf eine 2000 Jahre anhaltende zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit aufmerksam – nämlich, dass Frauen eben noch immer nicht die gleichen Rechte wie Männer in der Kirche erhalten. Die Kritik seitens einiger Kirchenleitungen und besonders kirchentreuer Frauen ist mir unbegreiflich. Wieder nichts mit hören und verstehen, sondern urteilen und besser wissen. Welch‘ eine Überheblichkeit.
  • Offener Brief an den Rottenburger Diözesanbischof mit der Bitte, sich für die Priesterweihe von Frauen einzusetzen: Diözesanpräses Walter Humm konnte nicht mehr schweigen und schrieb seinem Bischof einen mutigen Brief. Dass er auf sein gut durchdachtes Schreiben viel positive Resonanz erhält und dass sich viele ermutigt wissen, ähnliches zu tun, das wünsche ich seiner Initiative.
  • Greta Thunberg ist die junge Umweltaktivistin, die mit all ihren Kräften und all ihrer Öffentlichkeitswirksamkeit viele junge Leute auf die Straßen bringt, um deutlich zu machen: es ist fünf nach zwölf. Solche jungen Menschen öffnen die Augen und sagen ganz klar: Es geht um unsere Zukunft und unsere Lebensmöglichkeiten.

 Kolping hat bis heute Recht. Wir müssen uns mit anderen verbinden, um uns für das Gute und Zukunftsweisende einzusetzen. Jede der Initiativen zeigt das. Steht auf! Mischt Euch sein! Macht den Mund auf! Lasst Taten sprechen! So zeigt sich Gottes Geist mitten in unserer Zeit.

Claudia Hofrichter, geistliche Leiterin DV Rottenburg-Stuttgart