Kolpingwerk Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart

Zurück auf der Schulbank

Die Senioren der Kolpingsfamilie Trossingen haben von Fahrleher Werner Langlois (links) viel Wissenswertes rund um die heutigen Anforderungen im Straßenverkehr erfahren. Bild: Ingrid Kohler, Neckarquelle

Die Senioren der Kolpingsfamilie Trossingen haben von Fahrleher Werner Langlois (links) viel Wissenswertes rund um die heutigen Anforderungen im Straßenverkehr erfahren. Bild: Ingrid Kohler, Neckarquelle

So gut gefüllt war der Schulungsraum der Fahrschule Langlois noch nie. Rund 30 Trossinger Kolping-Senioren haben viel Neues rund um Führerschein, Verkehrsregeln und Fahrzeugtechnik erfahren.

Auch für Fahrschullehrer Werner Langlois war es die erste Veranstaltung dieser Art, die auf Initiative von Walter Haas zustande gekommen ist. Spannend und mit vielen anschaulichen Begebenheiten gespickt, erfuhren die Kolpingsenioren eine interessante Auffrischung des Führerscheins und beteiligten sich fast zwei Stunden lang sehr rege am Dialog.

Das Rückwärtsfahren bereite älteren Verkehrsteilnehmern oft Schwierigkeiten. „Doch es gibt zur Erleichterung auch technische Hilfsmittel“, sagt Langlois. Viele Fahrzeuge seien inzwischen mit Rückfahrkameras ausgestattet oder könnten auch nachgerüstet werden, so der Trossinger Fahrlehrer. Kehrseite der Medaille: Die Fahrzeuge werden mit ihren vielfältigen und doch so hilfreichen Assistenzsystemen, wie Tempomat, Lichtautomatik, Einparkhilfe, Antiblockiersystem und Elektronischem Stabilitätsprogramm auch komplizierter. Was die Verkehrsschilder betrifft, hat sich auch einiges verändert. Das sogenannte „Grünpfeilschild“ stamme aus der früheren DDR und sei bei uns eher gewöhnungsbedürftig. Dieses Zeichen, das als grüner Pfeil an roter Ampel erlaubt, nach rechts abzubiegen, sofern kein Linksverkehr kommt, gibt es nicht in Trossingen, aber einmal im benachbarten Spaichingen. „Bei Unsicherheiten lieber stehen bleiben und waren bis die Ampel generell grün zeigt“, so der Rat des erfahrenen Experten. „Wie schnell darf man in einem beschilderten auf Schrittgeschwindigkeit verkehrsberuhigten Bereich fahren?“ Mit 20 und zehn Stundenkilometern waren viele Antworten der Senioren falsch, denn Schrittgeschwindigkeit bedeute lediglich fünf Stundenkilometer. Parken sei, außer in gekennzeichneten Flächen außerdem nicht erlaubt. In Trossingen betrifft dies die Straße „Auf dem Schulberg“ und ein Bereich in der Kantstraße.

 Auch viele von den Senioren gestellte Fragen, Trossingen betreffend, konnte Werner Langlois beantworten. „Haben Fußgänger an den Überquerungshilfen bei den Kreisverkehren Vorrang?“ Des Fahrlehrers eindeutige Antwort: „Beim Rausfahren aus dem Kreisel gilt die Abbiegeregel, der Autofahrer muss den Fußgänger hinüberlassen, beim Einfahren in den Kreisverkehr nicht.“

Und soll man als Radfahrer im Kreisverkehr lieber innen oder außen bleiben? Da war der Rat von Langlois „außen bleiben“. Im Übrigen riet er, die Trossinger Hauptstraße nicht mit dem Rad zu befahren: „Entweder das Rad auf dem Gehweg schieben oder eine Parallelstraße nehmen“. Schlechtes Sehen und Hören können die Fahrtauglichkeit ebenso beeinträchtigen wie die im Alter oft eingeschränkte Beweglichkeit, die den Schulterblick kaum mehr möglich macht. Auch werde die Reaktionszeit länger. Das große Plus der älteren Fahrzeuglenker sei „der große jahrzehntelange Erfahrungsschatz, mit dem einige Mängel kompensiert werden können“, betonte Werner Langlois. Ältere Menschen seien nicht auffällig in der Unfallstatistik. Auch im Hinblick auf die hohen Unterhaltungskosten eines Autos sei es für ältere Menschen oft die beste Lösung, ein Taxi zu nehmen, zumal auch die Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr insgesamt immer schlimmer werde.

 Ingrid Kohler, Neckarquelle

28.11.2018 Rubrik: Bezirke und Kolpingsfamilien Nachrichten