Kolping – ein soziales Netzwerk

80 BannerträgerInnen zogen zum feierlichen Festgottesdienst ein und säumten die Sparkassenbühne. Bild: Christian Schlaich

Generalpräses Ottmar Dillenburg, Diözesanpräses Walter Humm, die geistliche Leiterin Dr. Claudia Hofrichter und Diakon Klaus Börger gestalteten den Festgottesdienst. Bild: Martina Lachenmaier (DVRS)

Rund 2000 Kolpinggeschwister waren beim Jubiläumsfest dabei. Bild: Christian Schlaich

Das Kolpingwerk Rottenburg Stuttgart feierte sein 160-jähriges Bestehen auf der BUGA in Heilbronn. Alle Festredner bescheinigten dem Kolpingwerk eine unverzichtbare Aufgabe in der Gesellschaft.

160 Jahre alt und dennoch jung geblieben, das war der Tenor des Festtages, den rund 2000 Kolpinggeschwister aus der ganzen Diözese auf der BUGA mit einem Aktionstag feierten. Der feierliche Bannereinzug war ein stimmungsvoller Auftakt zur Feier des Jubiläums. 80 BannerträgerInnen aus Kolpingsfamilien, -bezirken und Kolpingjugenden beteiligten sich daran. Sie säumten den Gottesdienst, zu dem der Diözesanverband den Generalpräses Ottmar Dillenburg herzlich begrüßte, in den Kolpingfarben orange und schwarz. 

„Die Parabel vom barmherzigen Samariter, sei die große Überschrift für das Handeln der Kolpinggemeinschaft“, sagte Generalpräses Ottmar Dillenburg. Mit den Konzelebranten,  Diözesanpräses Walter Humm und der geistlichen Leiterin Dr. Claudia Hofrichter, spannte er in der Predigt den großen Bogen des Kolpingengagements auf. Vom Einsatz für soziale Gerechtigkeit, für Familien, für Bildung und eine menschliche Arbeitswelt, für Geflüchtete und für alle, die wenig haben. „Es ist unsere Aufgabe, dass die Ursachen von Not, Ungerechtigkeit und Unrecht abgebaut werden“, gab er der Kolpinggemeinschaft mit auf den Weg. „Denkt gegen den Mainstream und bekennt wie Adolph Kolping Farbe“.

In seiner Festrede bezeichnete der Diözesanvorsitzende Eugen Abler, christliche Werte, Verantwortung, Gerechtigkeit, Solidarität und Subsidiarität als tragfähiges Fundament der Kolpinggemeinschaft. „Im Mittelpunkt steht für uns der Mensch mit seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen“, so Abler. Das Kolpingwerk bilde ein soziales Netzwerk im besten Sinne, das den Menschen nur Gutes wolle, nämlich aufbauen und stärken. Adolph Kolpings Idee, die Gesellschaft menschlicher zu machen, sei heute noch aktuell. Jeder solle sich an der Gestaltung der Gesellschaft beteiligen. „Wir brauchen Menschen, die ein Herz für den Mitmenschen haben und ihn, wie Adolph Kolping als Bruder und Schwester sehen.“

Landesinnenminister Thomas Strobl sagte: „Wir feiern heute 160 Jahre Nächstenliebe.“ Er  lobte das Kolpingwerk als tatkräftigen Sozialverband, der als Wertevermittler eine wesentliche Stütze für die Gesellschaft sei und auch zum friedlichen Zusammenleben in der Gesellschaft beitrage. Er dankte den Haupt- und Ehrenamtlichen im Kolpingwerk, die sich fürs Gemeinwesen und den Staat einsetzen und ihm damit ein Gesicht geben.

Auch Oberbürgermeister Harry Mergel gratulierte: Überall wo Kolping ist, ist die Welt ein Stück besser und menschlicher.“

Die Glückwünsche des Bundesverbandes überbrachte Andreas W. Stellmann, Leiter des Bundesfachausschusses „Verantwortung für die Eine Welt“. Nicht im stillen Kämmerlein zu feiern, sondern in der Öffentlichkeit, das sei ganz im Sinne Adolph Kolpings. Dieser habe dazu aufgefordert, hinaus zu gehen und Gottes unermessliche Liebe zu den Menschen zu bringen, so Andreas Stellmann. 

Moderiert wurde der Festakt von den Kolpinggeschwistern Kerstin und Marcus Leitschuh aus Kassel.