100 Jahre sind noch nicht genug

Bannerabordnungen der benachbarten Kolpingsfamilien mit dem Team Geistlich Leiten des Diözesanverbands, Claudia Hofrichter und Walter Humm.

Bürgermeister Peter Traub dankte der Kolpingsfamilie für ihren engagierten Einsatz und überbrachte die Glückwünsche der Stadt Oberkochen an die Kolpingsfamilie und ihren Vorsitzenden Anton Balle.

Bruno Wingert wurde für 77 Jahre Mitgliedschaft und als Gründungsmitglied 1949 geehrt. Im Bild von rechts: Walter Humm, Claudia Hofrichter, Bruno Wingert und Anton Balle. Bilder KF Oberkochen

Das 100-jährige Bestehen der Kolpingsfamilie Oberkochen wurde mit einem Gottesdienst sowie einem Empfang in der Kolpinghütte gebührend gefeiert.

100 Jahre sind nicht genug – Focus geht in die Zukunft

Kolpingsfamilie Oberkochen feiert 100 jähriges Jubiläum

Das Jubiläum der Kolpingsfamilie Oberkochen wurde mit einem Gottesdienst sowie einem Empfang in der Kolpinghütte gebührend gefeiert. Ein imposantes Bild zeichneten die Banner der benachbarten Kolpingsfamilien in der St. Peter und Paul Kirche. Kolping Diözesanpräses Walter Humm sowie die geistliche Leiterin Dr. Claudia Hofrichter, nahmen das Wirken bei Kolping zum Synonym für den Beruf des Gärtners, der sähen und hegen muss, die richtigen Samen ausbringen und sich stets neuer Witterung und Umständen anpassen muss. Leidenschaft und Mut, mit Kreativität und Geschick, seien gefragt, um im permanenten Prozess eine gute Ernte einzufahren. Dies charakterisierten auch die Ziele und die Arbeit des Kolpingwerkes, die sich permanent an den Änderungen und neuen Aufgaben unserer Welt orientierten.

Eine volle „Hütte“ feierte den runden Geburtstag in der Vereinsstätte auf der Heide. Kolping Vorstand Anton Balle begrüßte neben vielen Mitgliedern auch die Kolpingsfamilien der Region. Dies sei Zeichen der engen Verbundenheit und des gemeinsamen Strebens, Aktivitäten zu bündeln und die Nöte der Zeit zu erkennen. Der Priester und Sozialreformer Adolph Kolping habe ein Perpetuum Mobile geschaffen, das sich stets nach den sich verändernden Themen orientiere und als Aktionsgemeinschaft aktiv sei. Die 100-jährige Geschichte der Kolpingsfamilie Oberkochen sei durch markante Epochen geprägt. Es seien aber in allen Zeiten der Vergangenheit Frauen und Männer gewesen, die für Kolping eingestanden seien. Die einzelnen Epochen kennzeichneten die heute in der Vorstandschaft Aktiven mit dem Vorwort: „Ich stehe für Kolping…“. 

Martin Balle charakterisierte die Gründerjahre 1926 bis 1934. In erster Linie sei es der Wunsch von 25 jungen Menschen nach dem 1. Weltkrieg gewesen, in einer Gemeinschaft des damaligen Katholischen Gesellenvereins, eine geistige Heimat zu finden. Die Gründungsurkunde vom 9. Februar 1926 dokumentierte den Beginn der Kolpingsfamilie. Paul Fischer resümierte die schweren Jahre durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem Verbot ab 1934. Krieg, Verlust und Zerstörung prägten diese Zeit. Viele Mitglieder konnten ihr Engagement nicht fortsetzen, allein 20 Kolpingmitglieder kehrten nicht aus dem 2. Weltkrieg zurück. Bernd Maschek freute sich über die Neugründung nach dem Krieg 1949. Die Gemeinschaft wurde zum Ort der Hoffnung und des Neuanfangs. Ein reges Vereinsleben kennzeichnete das Vereinsleben. Michaela Brunnhuber stand für die Zeit des Wandels. Der Gesellenverein hat sich gewandelt und öffnete sich Freuen und Familien. Aus dem Gesellenverein wurde eine Kolpingsfamilie. Über das große Wagnis zum Bau der Kolpinghütte berichtete Wolfgang Schaupp. Abseits des Ortes entstand das Neubaugebiet Heide. Hier sollte eine Stätte der Begegnung gebaut werden. Johannes Gutknecht stellte die veränderten Lebenswelten heraus, denen sich Kolping im dritten Jahrtausend stellt. Nach wie vor ist Kolping eine altersübergreifende  Gemeinschaft für Familien, die vom Mitmachen und der Solidarität lebt. Die Dankbarkeit für die vergangenen 100 Jahre bedeuten Dankbarkeit aber auch den Blick nach morgen. Michael Kistner hob auf die weltweite Präsenz von über 450.000 Mitgliedern ab. Mit dem Mut zur Veränderung und dem Solidargedanken gelte es die Nächstenliebe an die kommenden Generationen weiterzugeben. Stephan Gutknecht erinnerte an den Priester Adolph Kolping, der vor über 175 Jahren, aus der Not seiner Zeit eine Tugend des Anpackens und einer Solidargemeinschaft geschaffen habe. In nur 15 Jahren seien über 400 Kolpingsfamilien entstanden. Durch die Seligsprechung 1991 sei das Werk Kolpings gewürdigt worden. „Wir leben im Hier und Heute und haben die Zukunft im Blick. Als Vorstand freute sich Anton Balle, dass in einer aktiven Gemeinschaft in Oberkochen viele ihr Talent und ihre Schaffenskraft einbringen. Dies mache Mut für die Zukunft. 

Bürgermeister Peter Traub dankte der Kolpingsfamilie für ihren engagierten Einsatz in der Gesellschaft und in der Gemeinde Oberkochen. Adolph Kolping habe in seiner Zeit mit vielen Umbrüchen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens gewirkt. Die Not der Handwerksgesellen habe ihn veranlasst seinen eigenen Weg zu gehen. Dabei sei das Gute und Positive im Vordergrund gestanden. Nach wie vor seien Solidarität und Hilfe zur Selbsthilfe die Grundtugenden bis zum heutigen Tag. 

Die Kolpingsfamilie würdigte Bruno Wingert – einem der Gründungsmitglieder 1949, für sein 77 jähriges Dabeisein mit einer Ehrenurkunde. Auch der Kolpingsfamilie Aalen sprach Balle ein Wort des Dankes aus, die sich bei der Wiedergründung als Patengemeinschaft eingebracht hatte.