Das soziale Miteinander lebt vom Ehrenamt

Die Preisträger mit den Gratulanten. Bild: KF Oberkochen

Die Kolpingsfamilie Oberkochen wurde für ihr Engagement mit dem Förderpreis im Ehrenamt 2026 der CDU Oberkochen ausgezeichnet.

Der Förderpreis im Ehrenamt wird seit 2002, alle zwei Jahre von der CDU Oberkochen an Vereine oder Organisationen vergeben, die sich in besonderer Weise durch ihr Wirken und Tun in der Gesellschaft und der Gemeinde einbringen.  Eine unabhängige Jury wählte als Preisträger in diesem Jahr die Kolpingsfamilie Oberkochen. Der Schirmherr Landrat Dr. Joachim Bläse überreichte den mit 500 Euro dotierten Preis bei einem Festakt im Oktober im Bürgersaal des Rathauses.

CDU Stadtverbandsvorsitzender Dr. Michel Le Maire freute sich über den von der unabhängigen Jury, einstimmig gefällten Beschluss zur Wahl des Preisträgers, die der  Kolpingsfamilie im 100 Jahr ihres Bestehen zuteilwird. Er freute sich über die Anwesenheit vieler vorheriger Preisträger und Abgesandter von Vereinen und Gruppierungen sowie politischer Amtsträger, die der  Würde der Preisverleihung eine besondere Note gaben. Es sei wichtig, dass Ehrenamt und soziales Engagement öffentlich gewürdigt werden.  Der Zusammenhalt und das soziale Miteinander innerhalb der Gemeinden lebten von vielen Aktivtäten, die oft im Verborgenen stattfinden. 

Kolping Vorstand Anton Balle stellte den Preisträger vor. Er umriss das Thema Kolping mit einem Rückblick auf den Menschen Adolph Kolping der 1813 geboren wurde und somit Sinnbild der gesellschaftlichen und  politischen Wirren Anfang des 19. Jahrhunderts war. Die vollkommenen Umbrüche für die Menschen im Zeitalter der industriellen Revolution waren die Gründe für den späteren Priester Adolph Kolping, aktiv einzugreifen um die Lebensumstände der Menschen zu verbessern. Er gründete den Gesellenverein, der sich im Speziellen um die Lebens- und Bildungsverhältnisse der Handwerkergesellen kümmerte. 

Kolping starb 1865 im Alter von 52 Jahren. Seine Idee und sein Werk umfassten bereits in diesem Jahr über 420 Kolpingsfamilien in Deutschland und den angrenzenden Ländern, die seine Ideen aufnahmen. Auch nach seinem Tod zerfiel die Idee nicht und nahm regen Zulauf bis weit nach dem 1. Weltkrieg und endete 1933 als die Bewegung und Aktivitäten verboten wurden.

Nach dem 2. Weltkrieg formierten sich wiederum viele junge Männer um Kolpings Ideen wieder aufleben zu lassen. Auch in Oberkochen, das ab 1926 zum Kolpingwerk gehörte, formierten sich wieder junge Menschen und ließen eine aktive Vereinstätigkeit bis in die 70er Jahre folgen. Das Gesicht Kolpings änderte sich vom reinen Männerverein zur familienhaften Gemeinschaft. 

Auch für Oberkochen gab es eine Zäsur mit dem Bau der Kolpinghütte auf der Heide. In 7.000 Arbeitsstunden bauten die Mitglieder mit viel Eigenleistung und unter Mithilfe vieler Handwerksbetriebe, eine schmucke Heimstätte, die 1980 eingeweiht und seit 1981 von den Mitgliedern bewirtet wird. Für den Betrieb und die Organisation kümmert sich der Bewirtschaftungsverein und sorgt für eine Wohlfühlatmosphäre seiner Gäste.

Anton Balle freute sich mit einer großen Mannschaft von Mitmachern einer aktiven Gemeinschaft vorzustehen. Das Tun und Wirken zeigten sich in weiterem Maße auch in vielen caritativen und sozialen Projekten. Seit vielen Jahren engagiert sich die Kolpingsfamilie bei Kleider- und Schuhsammlungen, der Erlös vielfältig verwendet wird. Auch durch Spendenprojekte, die aus dem Erlös der Bewirtschaftung kommen, konnten immer wieder Hilfsprojekte weltweit unterstützt werden. Die Jubiläumsspende 2026 von über 3.000 Euro ging an das Kolpingwerk der Ukraine. Anton Balle schilderte eindringlich den Briefverkehr und den Dank sowie den Umfang der Hilfe, die dort geleistet wurde.

Landrat Dr. Bläse übergab als Schirmherr die Jubiläumsurkunde und ergänzte aus persönlicher Sicht das wichtige Wirken von Kolping. Es sei dem Verband seit über 175 Jahren gelungen, die Idee Kolpings „Die Nöte der Zeit werden Euch lehren, was ihr tun müsst“, aufzugreifen um sich den jeweils aktuellen Missständen zu widmen. Eine weltumgreifende Familie mit über 450.000 Mitglieder habe die Kraft in vielen Regionen dieser Welt Gutes zu tun.

Vom letztjährigen Preisträger „Café Zuversicht“ gab Zita Zivcnjak ein Grußwort und freute sich mit der Kolpingsfamilie einen würdigen Nachfolger der Preisträger gefunden zu haben. Sie hob nochmals hervor, welch nachhaltige Wirkung diese öffentliche Würdigung für den Preisträger habe und die Arbeit der Aktiven belohne.

Vom Bezirksverband Kolping Ostalb freute sich Vorsitzender Dieter Legner, dass die Oberkochener Kolpingsfamilie die Auszeichnung erhielt. Er betonte die gute Gemeinschaft der 12 Kolpingsfamilien des Bezirks, die sich in vielen Facetten engagieren und schon seit vielen Jahren aktiv einbringen.