Der große Kontext der Klausur waren die gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen sowie die Stimmungen und Herausforderungen, die damit verbunden sind. Als Kolpingdiözesanverband wollen wir als wichtiger Player im Gefüge von Gesellschaft und Kirche gesehen und angefragt werden. Wir haben etwas zu sagen und zu geben – da sind sich alle einig.
Welchen Weg „Kolping in der Kirche der Zukunft“ gehen wird, wird uns die kommenden Jahre beschäftigen. Wir sind als Sozialverband ein eigener selbstständiger Ort christlichen Lebens, den wir mit unserem Profil ausgestalten möchten. Dabei haben wir im Blick, dass wir der Diözese etwas anzubieten haben an Knowhow und Erfahrungen zu den Optionen, die sie formuliert hat. Deshalb bieten wir der Diözesanleitung und der Leitungsgruppe des diözesanen Prozesses gerne unsere Mitarbeit an.
Darüber hinaus wollen wir unsere Kolpingsfamilien bei ihrem Zukunfts- und Veränderungsprozess begleiten. Dazu haben wir Workshops entwickelt, die wir in Kooperation mit unserem Unterstützungssystem „Begleiten und Beraten“ (BuB) anbieten, um das Gepäck auf dem Weg in die Zukunft zu erleichtern.
Unsere Verbandsarbeit wird durch die qualifizierte Expertise unserer Facharbeitskreise (FAK) und Projektgruppen gestärkt. Die Facharbeitskreise „Familie“ und „Eine Welt“ entwickeln sich weiter, überlegen attraktive Programme und die Gewinnung weiterer Engagierten im Ehrenamt, ein neuer Facharbeitskreis „Engagierte im Klimaschutz“ könnte entstehen. Der Facharbeitskreis „Im Heute glauben“ und die Projektgruppe „Kolping in der Kirche der Zukunft“ bilden für die nächste Zeit ein gemeinsames Gremium, um die gemeinsamen Themen in konkrete Handlungsschritte umzusetzen und unseren Kolpingsfamilien vorzuschlagen.
All das geht nicht ohne unsere Kolpinggeschwister im ganzen Diözesanverband, die sich für die Mitarbeit in Facharbeitskreisen und Projektgruppen gewinnen lassen und sich gerne eine Zeitlang in solchen Aufgaben engagieren. Was man zur Mitarbeit braucht ist Zeit und Lust, sich mit inhaltlichen Themen zu beschäftigen und gemeinsam Ideen und deren Umsetzung für unsere Kolpingsfamilien zu schmieden. Meldet euch gerne in der Geschäftsstelle. Mitarbeitende im FAK bestätigen auch einen persönlichen Gewinn und Impulse für die eigene Kolpingsfamilie aus dieser Mitarbeit.
In den kommenden Jahren werden im Diözesanvorstand Ämter neu besetzt werden müssen, weil langjährige engagierte Vorstandsmitglieder ausscheiden werden. Lasst euch ansprechen für ein solches Amt. Auch da braucht es Zeit und Lust am Gestalten und Entwickeln. Die Mitglieder des Diözesanvorstandes und die Mitarbeitenden in der Geschäftsstelle sind in einem engen Austausch.
Was wir auf keinen Fall wollen ist, dass sich Kolpingsfamilien auflösen. Wir sind überzeugt, dass sehr viel Kraft in unseren Kolpingsfamilien steckt. Manchmal hat sie sich versteckt. Spätestens wenn Vorstandsämter nicht mehr besetzt werden können, wird die Frage nach Auflösung gestellt. Doch hier ist noch nicht aller Tage Abend. Es gibt andere Möglichkeiten. Meldet euch in der Geschäftsstelle beim ersten Anflug von Auflösungsgedanken oder der Herausforderung, Ämter zu besetzen.
Wir wissen auch, dass viele Kolpingsfamilien damit zu kämpfen haben, neue Mitglieder zu gewinnen. Auch damit haben wir uns beschäftigt und überlegt, welche Argumente Menschen überzeugen könnten. Wir glauben, das sind vor allem die Gemeinschaftsorientierung in Verbindung mit gemeinwohlorientiertem Engagement, die Möglichkeit, selbst Themen zu setzen und dabei zu spüren, dass ich als Person gefragt bin. Auch dass wir Demokratie und gelebter Menschenwürde höchste Priorität einräumen, ein vielfältiges Familienbild vertreten sowie politische und soziale Themen im Portfolio haben, dürfte Überzeugungskraft haben. Der Mitgliedsbeitrag ist überschaubar – auch das kann überzeugen.
Wir möchten seitens des Diözesanvorstandes den Kontakt zu unseren Kolpingsfamilien verstärken und starten deshalb eine Telefonaktion, um zu hören, wie es euch geht, welche Themen euch wichtig sind und was euch herausfordert. Die ersten Termine sind vereinbart. Wir freuen uns auf die Gespräche mit euch.
Gestärkt und mit vielen ermutigenden Gedanken sind wir aus der Klausur gegangen und sind uns unserer vielfältigen Aufgaben für unseren Verband und jede einzelne Kolpingsfamilie bewusst.