Wir sind dankbar, dass wir mit unserer Hartnäckigkeit das Projekt voranbringen konnten, weil wir überzeugt sind, dass wir hier ganz im Sinne Adolph Kolpings handeln.
Wenn wir uns als Kolpingsfamilie treffen, dann fragen wir uns oft: Was würde unser Gründer Adolph Kolping wohl tun, wenn er heute unter uns wäre?
Er war ein Mann der Tat, der die Nöte seiner Zeit nicht nur beklagt, sondern handfeste Lösungen gesucht hat. Als im 19. Jahrhundert die Industrialisierung das Leben der Menschen komplett auf den Kopf stellte, hat er reagiert – mit Gemeinschaft, mit gegenseitiger Unterstützung und mit dem Teilen von Ressourcen, wenn der Einzelne überfordert war.
Heute stehen wir vor anderen, doch nicht weniger großen Herausforderungen: Genannt sei hier nur der Klimawandel und die Frage, wie wir im ländlichen Raum bezahlbar und umweltfreundlich mobil bleiben können.
Was hätte Adolph Kolping also zu E-Carsharing gesagt?
Wir sind uns sicher: Er hätte nicht lange gezögert, sondern gesagt:
„Die Nöte der Zeit werden euch lehren, was zu tun ist.
Wenn ein eigenes Auto zu teuer ist und die Umwelt belastet,
dann teilt euch eben eines als Gemeinschaft!“
Wir haben diese Idee des Auto-Teilens in der Kolpingsfamilie schon 2023 diskutiert und seither beharrlich nach Lösungen gesucht, wie das bei uns in Ergenzingen realisiert werden kann.
Als Kolpingsfamilie haben wir uns aktiv eingebracht und einiges dazu bei allen Beteiligten in Bewegung gebracht. Seit Anfang Juli steht ein elektrisch betriebenes teilAuto in Ergenzingen.
Und das ist ganz im Sinne von Adolph Kolping.
- Gelebte Schöpfungsverantwortung:
Carsharing reduziert die Anzahl der Fahrzeuge und senkt den CO?-Ausstoß.
Das ist praktizierter Natur- und Klimaschutz im Sinne der christlichen Soziallehre und des Kolping-Engagements für eine nachhaltige Zukunft. - Stärkung der Gemeinschaft: Teilen verbindet Menschen. Durch ein gemeinsames Mobilitätsangebot wird der Zusammenhalt vor Ort gefördert, und die Kolpingsfamilie zeigt sich als lebendiger, zukunftsorientierter Gestalter der Dorfgemeinschaft.
- Soziale Gerechtigkeit: Mobilität muss für jeden erschwinglich sein. Carsharing entlastet den eigenen Geldbeutel von Fixkosten (Versicherung, Reifen, Reparaturen) und bietet eine günstige Alternative für Familien, Senioren oder junge Erwachsene, die kein eigenes Auto besitzen.
- Praktische Nächstenliebe: Wenn die Kolpingsfamilie ein solches Projekt initiiert, schafft sie einen konkreten Mehrwert für Nachbarn und Generationen, ganz im Sinne des Gründers Adolph Kolping, der Missstände durch praktisches Handeln anpackte.
Als Kolpingmitglieder haben wir einen zusätzlichen Benefit. Durch unseren finanziellen Beitrag über drei Jahre sichern wir Carsharing in Ergenzingen ab und profitieren dadurch von besonders günstigen Konditionen bei der Buchung des Fahrzeugs. Auch da lohnt es sich, Mitglied der Kolpingsfamilie zu sein.
Text: Josef Weber, KF Ergenzingen