Im Januar besuchte die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi, das Kolpinghaus Stuttgart-Zentral. Dieser Termin war ein Folgetermin zu einem Gespräch mit der Ministerin 2024 im Stuttgarter Landtag, bei dem es um die Ausgestaltung der Förderrichtlinien des Bund-Länder-Programms „Junges Wohnen“ gegangen war.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Besuchs stand das Kolping Azubi- und Jugendwohnen, das einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des dualen Ausbildungssystems leistet und jungen Menschen bezahlbaren Wohnraum in der Landeshauptstadt bietet.
Im Rahmen einer Hausführung, erhielt die Ministerin umfassende Einblicke in das Leben und Wohnen der Auszubildenden vor Ort. Dabei wurde deutlich, welche zentrale Rolle das Kolpinghaus für junge Menschen spielt, die für ihre Ausbildung, beziehungsweise ihren Blockschulunterricht nach Stuttgart kommen. Gleichzeitig machte der Rundgang den bestehenden Sanierungsbedarf des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudekomplexes sichtbar. Der Vorstand der Stuttgarter Kolpinghäuser und Landesgeschäftsführer des Kolpingwerkes Baden-Württemberg, Robert Klima, machte deutlich, vor welchen Herausforderungen viele Träger und Einrichtungen des Azubi- und Jugendwohnens stehen. „Wir haben die Ministerin bewusst in eine Einrichtung eingeladen, in der die baulichen Notwendigkeiten und der enorme Investitionsbedarf gut sichtbar sind. Ohne geeignete Rahmenbedingungen und Förderprogramme stehen viele Träger des Azubi- und Jugendwohnens im Regen. Es braucht niederschwellige Förderprogramme, die dabei helfen, die Wohnheime zu erhalten, damit Azubi- und Jugendwohnen bezahlbar bleibt und eine Zukunft hat.“
Die Landesministerin zeigte großes Interesse an dem Konzept des Azubi-Wohnens und betonte dessen gesellschaftliche Bedeutung. Zugleich erkannte sie den bestehenden Handlungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf die bauliche Substanz und die langfristige Sicherung des Angebots. Der Besuch unterstrich die Relevanz des Kolpinghauses Stuttgart und des Azubi- und Jugendwohnens insgesamt als wichtigen Baustein für gelingende Ausbildungsverläufe, soziale Teilhabe und bezahlbares Wohnen in urbanen Räumen. Es bleibt die Hoffnung, dass die neue Landesregierung die Unterstützung des Jugend- und Azubiwohnen, inklusive des kurzfristigen Wohnens von Auszubildenden in Blockbeschulung gezielt in den Blick nimmt.
Das Azubi- und Jugendwohnen, inklusive der Unterbringung von Blockschüler*innen ist essentiell für das duale Ausbildungssystem. Leider greift das von den Jugendwohnheimträgern lang ersehnte Bund-Länder-Programm „Junges Wohnen“ mit den darin verankerten Hürden und Auflagen für die Verbesserung der Wohnraumsituation im Azubi-Wohnen nur sehr bedingt. Die Ausgestaltung der Förderrichtlinien geht an der Realität der Bestandswohnheime schlicht vorbei und schließt Wohnheime, die Angebote für Blockschüler*innen anbieten, völlig aus. Dieses Problem hat auch die Ministerin erkannt. Auch die Bauministerin Nicole Razavi sieht eine Zuständigkeits- und Förderlücke im Land, die geschlossen werden muss. „Wir müssen alles dafür tun, diese bisherige Förderlücke zu schließen. Es steht in unser aller Interesse, denn das duale Ausbildungssystem stellt einen wichtigen Teil der Zukunft unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft dar“, sagte Nicole Razavi.
Der Landesvorsitzende des Kolpingwerkes, Wolfgang Bandel, sowie Geschäftsführer, Robert Klima, dankten der Ministerin herzlich für ihren Besuch und überreichten ihr die „Verbandsgeschichte in Lebensbildern“.