Die Zeiten haben sich seit dem 19. Jahrhundert, in dem Adolph Kolping wirkte, enorm gewandelt, aber die grundlegenden Fragen sind die gleichen geblieben.
Die Gesellschaft und damit auch die Vereine, altern. Die Aufgaben bleiben, aber es werden immer weniger Leute, die diese Aufgaben übernehmen wollen. Das grundsätzliche Interesse, sich in Vereinen und Verbänden - dazu noch unter Zahlung eines jährlichen Mitgliedsbeitrages - zu engagieren ist in den letzten Jahrzehnten stetig gesunken.
Wie überall in Deutschland werden auch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Großgemeinden gebildet. Damit wird sich viel verändern, denn neue, deutlich größere Strukturen bedeuten zugleich eine neue Arbeitsweise der Pastoralteams und der ehrenamtlich Engagierten.
Ein Thema soll auch unsere Verantwortung hierzu in dieser Gesellschaft sein. Was bedeutet für uns als Kolpingsfamilie Kirche der Zukunft?
Das für unseren Verein brennendste Thema ist natürlich die Frage nach Wegen und Möglichkeiten, wie wir die drohende Überalterung bremsen und überwinden können, damit wir als eigenständiger kirchlicher Verband unseren Platz in Kirche und Gesellschaft in der Zukunft überhaupt einnehmen können.
Wir hatten also anspruchsvolle und für uns elementare Fragestellungen, als wir uns im schönen St. Peter im Schwarzwald in der ehemaligen Abtei, heute ein Bildungszentrum der Diözese Freiburg in einer kleinen Gruppe getroffen haben.
Kompetent von unserer Referentin, der geistlichen Leiterin des Diözesanverbands Rottenburg-Stuttgart, Claudia Hofrichter angeleitet, haben wir versucht, unsere Position und unsere Zielsetzungen zu erarbeiten. Drei zentrale Begriffe, die wir auch versucht haben zu individualisieren und mit Leben zu erfüllen, wurden dabei erarbeitet:
Die Kolpingsfamilie ist Kontaktort für Mitglieder und Interessierte:
Grundsätzliche Offenheit gegenüber allen interessierten, verbesserte Wahrnehmbarkeit in der Öffentlichkeit, Kolping mischt sich ein, Kontaktpflege zu den örtlichen Vereinen, allgemeine und persönliche Angebote an die Menschen.
Die Kolpingsfamilie ist Verweilort nach dem Kennenlernen:
In allen Bereichen vertreten sein und den Menschen regelmäßige Angebote machen, regelmäßige Veranstaltungen, intensive Social Media Werbung.
Das Ziel ist: Die Kolpingsfamilie wird ein Bleibeort für die Menschen:
Dauerhafte Aktivitäten, soziale Gemeinschaft, Freundschaften, Unterstützung der Menschen in allen Lebenslagen als selbstlose Hilfe der Kolpingsfamilie.
Zum krönenden Abschluss haben wir ein neues, völlig anderes Wortgottesdienstformat kennengelernt und miteinander gefeiert. Wortgottesdienst im Wohnzimmer, das war spannend.