Eine Woche wandern, rund 130 Kilometer und jeden Tag aufs Neue die Frage: „Wie weit ist es noch?“ Unter dem Motto „Auf dem Weg zum Haus am See“ machten wir uns von Laupheim auf den Weg nach Friedrichshafen. Mal waren es entspannte 8 Kilometer, mal satte 28. Dazwischen lagen viele Höhenmeter, schwere Rucksäcke und vor allem jede Menge gemeinsame Erlebnisse.
Die Wanderwoche hatte aber noch einen anderen Plan: Wir wollten unterwegs Kolpingsfamilien besuchen und so verschiedene Orte und Menschen aus unserem Verband kennenlernen. Deshalb übernachteten wir immer wieder bei Kolpingsfamilien. In Mietingen wurden wir von der Kolpingsfamilie empfangen. Wir haben zusammen gekocht, gegessen und den Abend verbracht. Genau solche Begegnungen haben die Wanderwoche besonders gemacht.
Natürlich haben wir uns unterwegs auch selbst versorgt. Maultaschenauflauf, Pfannkuchen und Käsespätzle standen auf dem Speiseplan. Die Käsespätzle gab es sogar mit Aussicht auf die Schwäbische Alb – viel besser kann ein Abendessen nach einem langen Wandertag eigentlich nicht werden. Danach wurde gespielt, geredet und gelacht. An anderen Abenden bekamen wir Besuch von Menschen, die selbst nicht mitwandern konnten, aber trotzdem einen Abend mit uns verbringen wollten.
Und dann waren da noch die kleinen Geschichten, die man wohl nur auf einer solchen Wanderung erlebt. Was tut man nicht alles für eine Abkürzung, wenn noch 24 Kilometer vor einem liegen? In unserem Fall bedeutete das: unter einem elektrischen Weidezaun hindurch. Oder der Kirchturm, der einfach nicht näher kommen wollte. Wir konnten ihn schon ewig sehen, aber bis zum Gemeindehaus schienen es trotzdem noch Kilometer zu sein. Die letzten Meter waren dann prompt die anstrengendsten des Tages.
Für Gesprächsstoff war ebenfalls gesorgt. Unsere „Telefonseelsorge“ – natürlich nicht ganz ernst gemeint – bestand aus abendlichen Telefonaten mit ehemaligen Aktiven auf Diözesanebene. Und auch Teilnehmende, die kurzfristig absagen mussten, wurden kurzerhand angerufen und so zumindest ein bisschen mit auf die Wanderung genommen.
Am Ende waren die Füße müde, die Rucksäcke etwas leichter und der Kopf voll mit Geschichten. Wir haben zusammen gekocht, gelacht, uns durch lange Etappen gekämpft, neue Leute getroffen und festgestellt, dass 28 Kilometer irgendwann tatsächlich zu schaffen sind. Und dann war er endlich da: der Bodensee. Haus am See? Geschafft!